Einträge von Klaus Puchleitner

Una piccola storia siciliana

Giancarlo war ein Hund unbekannter und undefinierbarer Rasse, lebte im Örtchen Cefalù auf Sizilien und ich habe keine Ahnung, wie das Vieh in Wirklichkeit hieß. Ich taufte ihn vor fast 40 Jahren auf diesen Namen, weil mir nichts Besseres einfiel, ich war damals nämlich ein wenig geschockt. Folgende Geschichte: Ostern, ich wollte dem kalten Märzfrühling entfliehen. […]

Kurzgeschichte: Die Verschränkung

Die Verschränkung    Die Journalistin betritt das Büro und im Kopf des Physikers tanzt etwas Tango. Haar wild wallend. Lippen knallend. Die Bluse zwei Knöpfe offen. Unterhalb seines Gürtels, spürt der Physiker, regt sich etwas. Rechte Hand Hosentasche, zuvor noch durchs gegelte Haar mit ihr.    „Danke, dass Sie sich Zeit nehmen“, sagt die Journalistin, […]

Des Schreibens Einsamkeit mit Kater

Eigentlich will ich Ihnen das gar nicht erzählen. Für wen außer mich ist es schon von Belang. Weil schließlich Privatsphäre. Dennoch, spitzen Sie die Ohren, schärfen Sie die Augen: Schreiben ist eine einsame Angelegenheit. Man ist dabei völlig mit sich. Die Menschen die man trifft, existieren nur im eigenen Kopf. Das Leben, von dem man […]

Recherche und Kunst am Attersee

Wir an den Salzkammergut-Seen, wir wissen ja, was sich gehört. Mehr als zwei Wochen ist es nun schon wieder her, da wurde „Der Wald“ im Segelclub Schwarzindien präsentiert, Lesung des Autors – das wäre dann also ich – inklusive. Es war ein wunderbarer Sommerabend, spannendes und vor allem sehr interessiertes Publikum, ein lauer Ausklang der […]

Lesen im schönen Lamingtal

Seids ia zwoa Briada?, fragte ein Tragösser arglos und warf einen investigativen Blick auf mich und den neben mir stehenden Herrn Magister Puchleitner, seit etwas über einem Jahr Impresario des formidablen Heimatmuseums im beschaulichen obersteirischen Örtchen Tragöß. „Er is mei klana Bruada“, antwortete ich und die beiden Herren Puchleitner grinsten. Cousin Wolfgang, der einige Jahre […]

Die Stradivaris und ich

Es war eine gute Woche, letzte Woche. Mein Roman „Der Wald“ ist erschienen. Vor allem aber ist der kleine Felix erschienen, an genau demselben Tag, was mir in aller Stille Geigen in meinen Himmel hängt, aber das ist eine andere Geschichte, etwas Privates. Jedenfalls, der Roman: Thriller, Roman Noir und Liebesroman gleichzeitig. Es geht darin […]

Die Tiere des Waldes und wir Menschen

Vor Jahren, wir hatten gerade Pandemie und Spazierengehen in der Einsamkeit war das einzige, was die ansonsten völlig versagende Regierung den Menschen erlaubte, erhielt ich einen Auftrag. Die Chefredactrice des Magazins „Freizeit“, das immer am Samstag der Tageszeitung Kurier beiliegt, bat mich darüber zu schreiben, wie es denn so ist, durch Wälder zu spazieren. Durch […]

Meine türkische Reise von damals

Die respektable Greta Thunberg sowie die ebenso respektablen Klimaschützer und Innen, die in den vergangenen Jahren draufgekommen sind, dass Kurzstreckenfliegen der Umwelt schadet, die kosten mich nur ein nachsichtiges Grinsen. Ich praktizierte das schon vor Jahrzehnten. Zum Beispiel Türkei-Aufenthalt vor gut 40 Jahren im Frühling, die Strecke Izmir-Wien im Flieger – auf keinen Fall. Natürlich […]

In der Hinterhand das Hinterland

Vor Jahren, mitten in der Corona-Pandemie, beschäftigte ich mich in der Magazin-Beilage Werte mit Zukunft der Tageszeitung Der Standard mit der Ruhe nach dem Sturm. Was das bedeuten soll? Es ist doch so: Uns alle ging dieses Dingsbums mit dem Virus, den Lockdowns, den hilflosen politischen Entscheidungsträgern und den vielen Einschränkungen sehr auf die Nerven, […]

Das Mädchen Frühling

Jeden Frühling, immer wieder, immer wieder: Die Menschen werden eigenartig. Die meisten fühlen sich von warmen Lüften umtanzt, von Düften umschmeichelt, die anderen treten zur großen Balz an, die nächsten satteln ihre Fahrräder, tauschen graue Roben gegen farbenfrohe Kleider und fühlen sich von einem Tag auf den nächsten bereit, jetzt aber wirklich dem ganz prallen […]